Liebe Gemeinde!

Während das Weihnachtsfest schon lange im Voraus im Blick ist, scheint dies bei Ostern anders zu sein. Die Adventszeit ist bei vielen eher eine Vorweihnachtszeit, die eigentlich mit dem Heiligen Abend und dem Weihnachtstag beginnende weihnachtliche Festzeit endet oft schon am zweiten Feiertag, bei vielen wird der Baum schon kurz nach dem Fest entsorgt. Der Advent ist eher die Zeit der Weihnachtsmärkte und Weihnachtsfeiern.

Doch wie ist es mit Ostern? Dieses Fest ist generell nicht „so hoch im Kurs“ bzw. in der Wahrnehmung der Öffentlichkeit. Wie soll es da die Zeit der Vorbereitung dafür sein? Uns Christen ist sie als Fastenzeit bekannt. Der Auftakt dazu ist noch in der Öffentlichkeit bekannt, aber auch eher als Abschluss („am Aschermittwoch ist alles vorbei“) und beendet die Karnevalssession; weniger bewusst als Auftakt zur Fastenzeit.

Diese Fastenzeit gilt als „vor-österliche Bußzeit“.  Auch hier ist also der Endpunkt dieser Zeit das bestimmende Element:  Ostern. Die Zeit davor soll als Einstimmung und Vorbereitungszeit dienen. Als Bußzeit eher eine Zeit der Stille, Besinnung und Um- kehr. Daher mag es gar nicht so schlecht sein, dass sie gesellschaftlich nicht den Stellenwert wie der Advent hat. So bleibt Trubel etc. erspart und wir können – vielleicht und hoffentlich – ein wenig innerlicher diese Tage gestalten und begehen.

Fastenzeit mag uns also Zeit geben für Muße und Besinnung. Für Einstimmung und Nachdenken auf und über das, was Ostern dann umso bewusster für uns Christen heißen und bedeuten kann. Was dann wiederum als Osterzeit ausgiebig gefeiert wird bis zum Pfingstfest. Nach der ausgelassenen Fröhlichkeit im Fasching und den Feiern zu Karneval dann ist es also vielleicht auch mal ganz gut, eine stille Zeit einzulegen, um die Nachwehen auszukurieren. Eben nicht nur den Kater, nicht nur die Überreste der Feierlichkeiten. Nicht nur äußerlich. Sondern für uns Christen vor allem auch innerlich. Damit es nicht nur aufgesetzte Fröhlichkeit bleibt, nicht nur Masken und Ausfegen des Saales, sondern auch mal unsere Seele zur Ruhe kommen zu lassen, innerlich Kehraus zu halten. Der Sache auf den Grund zu gehen, den Glauben neu zu bedenken. Als Christen (neu) in den Blick nehmen, was eben dieser Christus da vor und mit Ostern alles für uns getan hat. Dann wirkt Ostern. Nicht nur, weil dann nach der schmucklosen Zeit wieder festlicher Blumen- und Kerzenschmuck die Kirchen ziert. Nicht nur, weil wir dann nicht mehr auf das Gloria verzichten, sondern dieses Loblied wieder voller Inbrunst spielen und singen. Nicht nur, weil das Fasten vorbei ist und wir Festmahl halten. Weil wir die Durststrecke überstanden haben und das Ziel des Weges erreicht haben. Weil die Fastenzeit nicht nur in der Karwoche, sondern damit dann ins Osterfest mündet. Weil wir zwar 40 Tage Fastenzeit haben, dann aber 50 Tage lang Osterzeit feiern bis Pfingsten.

So kann sich dann die Osterfreude richtig entfalten. Für die „Zeit dazwischen“, für die Fastenzeit und für den Monat März Ihnen und euch allen eine gute, gesegnete Zeit!

Ihr und euer Pfarrer Christoph Konjer

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