Der Bau der St.Stephanus-Kirche

Am 07.09.1952 begann Pfr. Wagner mit einer Reihe von Diasporapredigten in seiner Heimatgemeinde und weiteren 50 Pfarreien im Saarland. Die Kollekten waren für den Kirchen- und Pfarrhausbau in Liebenau bestimmt. Am 03.06.1953 hatte er 65.000,- DM für das Bauvorhaben gesammelt. Dies meldete er dem BGV in Osnabrück und bat gleichzeitig um die Baugenehmigung. Er legte dazu Pläne von dem Bauingenieur Alfons Schmidt aus Steyerberg vor. Am 08.10.1952 kaufte Pfr. Wagner das 3132 qm große Grundstück in Liebenau für 1,70 DM pro qm. Am 08.10.1952 erteilte das BGV in Osnabrück die Baugenehmigung. Unter Leitung des Bauingenieurs Schmidt aus Steyerberg wurde der Bau von seiner Firma und der Firma Schirmer aus Nienburg ausgeführt. Der erste Spatenstich war am 03.08.1953 und am 23.08.1953 erfolgte die Grundsteinlegung. Nach einem feierlichen Amt in der ev. St. Laurentiuskirche und der Prozession zum Bauplatz führte der Diözesanflüchtlingseelsorger Johannes Smaczny die Grundsteinlegung durch.
 
 
Während der gesamten Bauphase fuhr Pfr. Wagner immer wieder zweimal im Monat für 5-6 Tage weg, um die noch fehlenden Gelder für den Kirchenbau zusammenzubringen. Er sagt: „Es war ein recht schwieriges Unternehmen“.
 
Die Arbeiten am Bau gingen bei gutem Wetter schnell voran. Schon am 18.11.1953, Buß- und Bettag, konnte die Kirche von Dechant Frericks aus Twistringen feierlich eingesegnet werden. Der Erzbischof war krank und der Weihbischof hatte an diesem Tag eine andere Kirchweihe zugesagt. Zahlreiche Pfarrer, Pfr. Wagner zählt 20 Namen auf, aus der Umgebung und viele Personen des öffentlichen Lebens waren zugegen. Nach der Einwei- hung der Kirche und einem feierlichen Levitenamt waren 80 Gäste in der Schweizer Lust zum Mittagessen geladen.
 
In Anlehnung an die ev. St. Laurentiuskirche in Liebenau wurde die kath. Kirche dem Hl. Stephanus geweiht. Beide Heilige waren Diakone und Märtyrer. Beide werden fast wie Brüder in der katholischen Kirche als die großen Diakone verehrt, beide werden in der Allerheiligenlitanei hintereinander angerufen.Das Pfarrhaus wurde erst im November 1955 fertiggestellt. Bis dahin wohnte Pfr. Wagner seit Juli 1953 in einer Baracke auf dem Kirchengrundstück. Am 23.11.1955 zog Pfr.  Wagner  aus der Baracke in das Pfarrhaus ein. Hier konnte er bis zu seiner Versetzung am 11.04.1960 nach Hage in Ostfriesland wohnen und wirken.
 
Quelle: Chronik des Seelsorgeamtes Lemke u. Umgebung, von Pfr. Hermann Wagner
 
 
Michael Weber
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