Hilfe für verfolgte Christen

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JEMEN/INDIEN
 
2016 hatte uns P. Mani dringend gebeten, für seinen Mitbruder P. Tom zu beten. Am 4. März 2016  hatten  bewaffnete  IS-  Terroristen  das Altersheim der Mutter-Teresa-Missionarinnen im Jemen gestürmt und 4 Schwestern und 12 muslimische  Mitarbeiter  getötet.  P.  Tom  war verschont,  aber  verschleppt  worden.  Seine Isolationshaft an verschiedenen Orten dauerte 557 Tage bis er am 12. September 2017 freigelassen wurde. Dazu sagte er in einem Interview: „Am 04.03.2016 wurde ich an Händen und Füßen gefesselt und musste mitansehen, wie die Schwestern mit  erhobenem  Haupt  der  Reihe  nach  von  hinten  erschossen wurden.  Ich  wurde  anschließend  in  den  Kofferraum  eines  Autos gezerrt. Dann ging es mit mehrmaligem Umsteigen in ein Haus, in dem mir alles abgenommen wurde. In den ersten Wochen behielt ich die Stofffesseln an Händen und Beinen und meist auch die Augen verbunden.  Die  18  Monate  Haftzeit  verbrachte  ich  an  mehreren Orten. Mit meinen Aufpassern konnte ich nicht kommunizieren.“ P. Tom bekam etwas zu essen und wurde nicht gefoltert. Offenbar war er als Tauschobjekt gedacht. Nach anfänglich großer Angst konnte er wieder Mut schöpfen. „Die Hafterfahrung hat mir gezeigt: Das Gebet ist eine große Hilfe.“
 
Im  September  2017  wurde  er  noch  im  Morgengrauen  geweckt: „Gute Nachrichten für dich. Wir schicken dich zurück nach Kerala!“ In  eine  Burka  gehüllt,  um  bei  Straßenkontrollen  unerkannt  zu bleiben,  wurde  er  auf  holprigen  Feldwegen  zu  einem  Treffpunkt gebracht. Nach hektischen Telefonaten seiner Aufpasser in Arabisch ging die Fahrt aber wieder zurück. Irgendjemand hatte sich nicht an die Abmachungen gehalten. Einige Tage später wurde er wieder in ein Auto gepackt, bekam sogar etwas Proviant und gute Wünsche für die Fahrt durch die Wüste bis in das Nachbarland Oman. Dort untersuchte ihn sofort ein Arzt und mit dem Hubschrauber wurde er in die Hauptstadt Maskat gebracht. Er wog nur mehr 56 kg. Sein Tumor und seine Diabetes wurden seither erfolgreich behandelt. Zu seiner Freilassung haben sicher der Sultan von Oman, die indische Regierung und Papst Franziskus beigetragen, aber auch die Gebete vieler Menschen, wie er überzeugt ist. Nach einer Erholungszeit in Rom ist P. Tom nun wieder in Indien.
 
„Einige Wochen vor ihrem Tod hatten sich die Nonnen entschlossen, ihre Mission im Jemen bis zum bitteren Tod zu erfüllen“ erzählt er. Sr. Sally, die beim Anschlag hinter der Speisekammertür versteckt war und nicht erschossen wurde, hat sich inzwischen auch etwas erholt und arbeitet nun in Beirut.
 
„Seit meiner Festnahme bete ich täglich für meine Entführer, dass sie im Herzen umkehren mögen. Vergebung ist die beste Medizin.“
 
INDIEN. Eine weitere gute Nachricht: Die 7 indischen Familienväter, für  die  wir  uns  2017  eingesetzt  haben  (freeourhusbands),  sind freigelassen worden. Sie waren unschuldig des Mordes an einem Hindupriester   verdächtigt   worden   und   mussten   ihre   Familien während der Haftzeit unversorgt zurücklassen.
 
TADSCHIKISTAN:  Pastor Bakhrom Kholmatov war im April 2017 bei einem landesweiten Sturm auf christliche  Kirchen  verhaftet worden. Er ist endlich frei gelassen worden.
 
Erika Hugl
 
(Quellen:  Christen in Not und Missio)
 
 

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