Katechetische Seite

Gold, Weihrauch und Myrrhe – oder: Weihnachten gibt´s Geschenke....

Gold, Weihrauch und Myrrhe – oder: Weihnachten gibt´s Geschenke....

Schon Wochen und Monate vor dem Beginn der Adventszeit geht´s los. Lange vor Weihnachten schon laden die Geschäfte und der Einzelhandel ein. Weihnachtseinkäufe, Geschenke besorgen, alles vorbereiten. Haben Sie schon alle Weihnachtsgeschenke zusammen? Doch wissen wir um den Sinn des Schenkens? Heute bekommen an Weihnachten die Kinder Geschenke, beschenken wir uns gegenseitig, erhalten etwas geschenkt. Dabei haben wir gar nicht Geburtstag oder Jubiläum. Das Geburtstagskind ist jemand anders. Ein gewisser Jesus, Gottes Sohn. Denn Gott selber macht uns an Weihnachten das größte Geschenk: Er schenkt uns seinen Sohn, Gott schenkt sich selbst, wird Mensch im kleinen Kind in der Krippe. Darum machen wir Geschenke, weil uns dies größte Geschenk gemacht ist. Wir feiern, dass wir so reich beschenkt sind, und darum schenken wir auch untereinander etwas, um dieser Freude Ausdruck zu verleihen.

Doch auch schon das Geburtstagskind damals bekam etwas geschenkt: Die Könige, die Weisen und Sterndeuter aus dem Osten kamen mit Geschenken und brachten ihre Gaben dar. Gold, Weihrauch und Myrrhe. Diese Gaben sind eben nicht nur besonders wertvoll oder edel auf der einen Seite, sie haben andererseits auch eine tiefe symbolische Bedeutung.

Schon die Anzahl: Drei Könige mit eben drei Gaben. Die Dreier- zahl steht somit schon als heilige Zahl für die Vollkommenheit und insbesondere für die Dreifaltigkeit Gottes. Aber auch jede einzelne der drei Gaben hat ihre spezifische Bedeutung:

Gold ist das kostbarste und ein Edelmetall, mit dem also auch der Kostbarste ausgestattet wird. Gold ist nicht nur Zeichen für Reichtum und Fülle, sondern steht auch für die irdische Macht und für die Königswürde wie bei einem weltlichen Herrscher. Gold besagt: Gott ist König und Herr.

Myrrhe wurde auch als medizinisches Mittel verwendet und deutet die menschliche Seite Jesu an. Als Balsam verweist er vielleicht auch schon auf die spätere Salbung wie auch beim Begräbnis und die Einbalsamierung bei der Grablegung Jesu. Myrrhe besagt: Gott ist wahrhaft Mensch geworden.

Weihrauch gilt als wohlduftend und wie der Weihrauch aufsteigt, so steigen die Gebete der Menschen auf zu Gott. Nicht nebulös sondern quasi in andere Sphären. Weihrauch wird immer als Zeichen der Verehrung eingesetzt, steht für das Numinose, das Göttliche.

Weihrauch besagt: Jesu ist wirklich Gott, die wahrhafte Gottheit in Jesus Christus.

So bringen die Heiligen drei Könige auch gleich drei heilige Zeichen in ihren Gaben. Doch nicht nur die großen Könige, die weitgereisten Magier, die gelehrten Sterndeuter kommen, suchen und finden das Kind in der Krippe und damit Gottes menschgewordenen Sohn. Die Hirten eilen von den Feldern, die einfachen Leute machen sich neben und noch vor den Königen und Weisen auf zum Stall. Was hatten sie wohl dabei? Vielleicht ließen sie eine warme Decke da für das Kind im Krippentrog. Teilten den Vorrat den sie in ihren Taschen dabei hatten mit der fast obdachlos gewordenen frisch gebackenen jungen Familie. Oder erfreuten die Heilige Familie mit einem Spiel auf der Hirtenflöte und einem fröhlichen Lied und stimmen so quasi in den Gesang der Engel-Chöre ein. Es muss nicht immer das teuerste Geschenk sein. Das wertvollste gibt es oft nicht zu kaufen, es wird eben geschenkt. Den Besuch z.B. kann man sich auch nicht kaufen. Vielleicht ist es ja schon ein Geschenk, dass sie sich überhaupt aufmachen und kommen. So wie sich Gott eben aufmacht und  in seinem Sohn Jesus Christus zu uns Menschen auf die Welt kommt. Das gemalte Bild des Enkels hat oft mehr „Wert“ als das ohne groß zu überlegen für teuer Geld gekaufte oder schnell bestellte fertig verpackte Präsent. Das Geschenk, was von Herzen kommt, bedeutet oft viel mehr. So macht es Gott. So dürfen auch wir es machen, wenn wir schenken oder beschenkt werden.

Was bringst du? Was bringen Sie mit zum Stall? Was schenke ich dem Kind in der Krippe? Es muss nicht immer Gold, Weihrauch und Myrrhe sein.

Gott schenkt sich uns, schenkt uns seinen Sohn.

Eine so reich beschenkte Zeit wünscht Ihnen und euch Pfarrer Christoph Konjer

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