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Kirchen-Serie

 

Kirchen-Serie

Teil 1: Siegel

Das Siegel als Auftakt? Es ist doch eine Serie über unsere Kirchen, warum steht da das Siegel zu Beginn? Es ist doch kein Bauteil, kein Einrichtungsgegenstand, keine liturgische Besonderheit im Gebäude unserer Kirchen.

Und doch spielt es eine wichtige Rolle. Nicht nur, weil die Urkunden bei der Grundsteinlegung jeweils ein Siegel enthalten und in den Grundsteinen hinterlegt sind.

Jede Sakramentenspendung, die in unseren Kirchen und in unserer Pfarrei erfolgt, wird beurkundet und bekommt ein Siegel. Unsere Pfarrei ist siegelführende Stelle und wir sind sogar berechtig, beglaubigte Kopien zu bescheinigen. Der Kirchenvor- stand führt zudem ein eigenes Siegel. Sämtliche Beschlüsse, die er fasst, werden noch in derselben Sitzung handschriftlich in ein Protokollbuch eingetragen, durch mehrere Unterschriften bestätigt sowie durch Beidrückung des Siegels offiziell gestempelt, um gültig zu sein.

Alles Offizielle trägt zur Beglaubigung einen Stempel, Urkunden sogar ein Siegel.

Früher wurde es noch in frisches heißes Wachs gedrückt und geprägt; heute erfolgt es als Beidrückung mit einem Stempel. Ein Siegel besagt: Von höchster und offizieller Stelle bestätigt.

„Sei besiegelt durch die Gabe Gottes, den Heiligen Geist.“ Mit diesen Worten bei Handauflegung und Salbung während der Firmspendung bestätig der Bischof oder sein Beauftragter das Sakrament. Das Sakrament als Siegel. Wie ein Prägemal, so wie sich früher das Siegel in das frische Wachs drückte, einprägte und so das Ganze „prägte“, also einerseits verschloss und bewahrte, andererseits aber eben auch beglaubigte und gültig machte.

Der Glaube soll uns prägen. Das Sakrament und damit Gottes Zusage soll unverbrüchlich für uns gelten. Gezeichnet mit dem Siegel. Gott drückt uns in Taufe und Firmung sein Siegel auf und bestätigt: Du bist mein geliebtes Kind, du gehörst zu mir, ich bin bei dir. „Sei besiegelt mit der Gabe Gottes...“ Gott bestätigt uns mit dem Siegel seine Liebe, besiegelt sozusagen seine Liebe zu uns. Ein tiefes und schönes Zeichen also, so ein Siegel. Einprägsam, so wie früher das Siegel in das frischen Wachs gerückt wurde und sich einprägte. Hohe Würden- und Amtsträger verwenden heute noch so ein Siegel zum Einprägen, manchmal auch noch als Siegel-Ring. Beispielsweise gehört es bis heute zu festen Ritualen, dass nach dem Tod eines Papstes offiziell und sogar mit einem kleinen Ritus der Siegel-Ring des bisherigen Papstes zerstört wird, um damit Amts- und Siegel-Missbrauch zu vermeiden.

Das Siegel unserer Pfarrei zeigt den Hl. Christophorus, den Patron der ganzen Gemeinde hier an der Weser. Der Heilige, der am Fluss seinen Dienst tat und auf der Suche nach dem Mächtigsten war. Ihn fand er im kleinen Kind, das er über den Fluss tragen

sollte. Unsere Pfarrei in der „Wesermission“ hat hiermit einen passenden Heiligen und Patron, der auch das offizielle Siegel unserer Gemeinde ziert. So, wie die Christophorusplakette auch viele  im Auto oder am Schlüsselanhänger unterwegs begleitet. Christophorus erinnert uns als Christen in der Pfarrei an Christus selbst, an Gott in unserer Mitte. Auch der Patron kann uns wie das Siegel an die gültige und unverbrüchliche Zusage Gottes erinnern. „Sei besiegelt durch die Gabe Gottes...“

 

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