Katechetische Seite

Wegekreuze

Wegekreuze
 

Kreuzwege kennt man. Die Stationen, bei denen in Bildern der Leidesweg Jesu gezeigt wird. Besonders in der Fastenzeit vor Ostern wird er gebetet und eben auch gegangen. In unserer Pfarrei beispielsweise u.a. als ökumenischer Fackelkreuzweg.
Wegekreuze kennt und findet man in unserer Gegend allerdings nicht allzu viele. Unwillkürlich denken manche an die Kreuze am Straßenrand, die an die Opfer von Verkehrsunfällen erinnern. Wegekreuze, Kapellen oder Bildstöcke an Straßen und Wegen prägen unser Landschaftsbild nicht so sehr wie anderswo. Urlaubern bei uns fällt das auf, vielleicht uns ja auch im Urlaub? Achten Sie doch mal drauf....
Die Diskussion um eine zusätzlichen (kirchlichen?!) Feiertag oder die Debatte um Kreuze in öffentlichen Gebäuden und Schulen in manchen Bundesländern zeigt: Manchmal ist es schon ein Kreuz mit dem Kreuz. Gehört es selbstverständlich – oder eben  auch  nicht (mehr) – zu unserer Kultur, unserem Land, unserer Identi- tät und dem öffentlichen Erscheinungsbild? Wird der Rosenkranz nur noch als Kette um den Hals getragen und der Ohrstecker in Kreuzform ist nur noch ein hübsches Accessoire? Die Kreuze für Unfallopfer am Straßenrand zeigen die weniger schöne Seite dieses Symbols.
Aber für uns gilt ähnlich wie Paulus im Korintherbrief schreibt: Was für die einen ein Ärgernis ist, für andere eine Torheit, das ist für uns Gottes Kraft, ein Hoffnungszeichen.
So betet auch der Priester bei einer katholischen Beerdigung am Grab und zeichnet ein Kreuz über dem Sarg: „Das Zeichen unserer Hoffnung sei aufgerichtet über deinem Grab.“
Durch die Auferstehung Jesu Christi ist das Kreuz für uns zum Hoffnungszeichen geworden. Hat es seinen Schrecken verloren. Tod und Kreuz bleiben, aber stehen seit Ostern unter einem andern Licht. Das Kreuz des Todes wird zum Baum des Lebens.
Daran wollen uns auch die  Wegekreuze, Kapellen und Bildstöcke am Straßenrand erinnern. Sie wollen Hoffnungszeichen sein. Wegmarken christliches Glaubens: Markieren den Weg und erinnern alle, die auf dem Weg sind, dass einer mitgeht. So wie manche*r bewusst ein Kreuz trägt – oft  an  einer  Kette  oder  Schnur um den Hals – nicht nur als Schmuck und Mode, sondern als Zeichen persönlichen Glaubens und Beziehung  zum  Gekreuzigten und Auferstandenen, so wollen die kleinen und großen Wegekreuze, Kapellen und Bildstöcke Zeichen und Bekenntnis christlichen Glaubens und Wegmarken für Gottes Nähe sein.
Haben Sie ein Lieblings-Kreuz? Komische Frage, aber vielleicht auch interessante Antworten und Perspektiven, die ein jeder und eine jede da entdecken kann, wenn man das Kreuz einmal neu und etwas anderes in den Blick nimmt. Vielleicht das Gipfelkreuz aus einem der letzten Urlaube? Eine Kapelle am Wegesrand während der Radtour im Frühling? Der Bildstock im (Camping-)Urlaub letztes Jahr? Das Wegekreuz am Straßenrand, an dem man immer vorbei kommt auf der Fahrt zu den Verwandten? ...
Ein Blick lohnt. Und ein paar Gedanken sicher auch. Laden doch diese Orte zum Innehalten, Nachdenken und Verweilen (bei Gott) ein...
 
 
http://www.burlandhaus-einen.de
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