Katechetische Seite

Psalmen

Rund 150 Psalmen finden wir in der Bibel. Das Buch der Bücher enthält neben den Schriften, Büchern, Briefen, Evangelien und weiteren Texten im Alten und Neuen Testament eben auch diese ganz eigene Gattung im AT. In den Gottesdiensten, die wir feiern, verwenden wir immer auch Gottes Wort in den biblischen Lesungen. An Sonn- und Feiertagen gibt es neben dem Evangelium meist zwei Lesungen, die von Lektoren vorgetragen werden. Die erste ist meist aus dem AT, die zweite aus den Schriften des NT entnommen. Sonn- und Feiertags wird zwischen den Lesungen meist ein Lied mit Orgelbegleitung gesungen, das aber oft Bezug zu den Psalmen oder sogar deren Text in Liedform verwendet. Werktags ist nur eine Lesung vor dem Evangelium vorgesehen. Im Anschluss daran trägt der Lektor dann werktags in der Re- gel den Antwort-Psalm vor. Hier wird schon an der Bezeichnung deutlich, dass mit dem Psalm auf die (erste) biblische Lesung geantwortet wird und so ein Bezug hergestellt wird. Denn auch der Psalm selber ist ja ein biblischer Text, stammt er doch aus der Heiligen Schrift. Daher ist es ein guter Schatz, dass wir auch in unserer Pfarrei aus der Fülle des Wortes Gottes in der Heiligen Schrift schöpfen und viele unterschiedliche Texte aus der Bibel verwenden und zu Gehör bringen. Eben neben den Lesungen aus dem Alten und Neuen Testament und dem Evangelium auch aus den Psalmen.

Damit der Kehrvers, der von der ganzen Gemeinde wie eine Antiphon immer nach zwei Versen eines Psalmes wiederholt wird, von allen besser aufgenommen und wiederholt werden kann, zeigen wir neuerdings über unsere Liedanzeiger werktags die Nummer eines passenden Kehrverses aus dem Gotteslob an. So wird das Mitbeten und Wiederholen des Antwortrufes vereinfacht und man kann sich den Text besser merken bzw. ihn einfach im Gotteslob aufschlagen. Der Kehrvers als Antiphon wird dabei vom Priester ähnlich wie beim Halleluja-Ruf zunächst einmal laut vor-getragen, dann wiederholt ihn die Gemeinde und der Lektor betet dann die einzelnen Psalmverse vor, in die die Gemeinde immer wieder mit dem Kehrvers der Antiphon einstimmt. So wird deutlich, dass durch dieses wechselseitige und doch gemeinschaftliche Gebet alle auf vielstimmige Weise das Wort Gottes aufnehmen, beten und verkünden.

Die Psalmen werden beispielsweise auch von den Ordensleuten und Priestern im Stundengebet verwendet, also beispielsweise in der Laudes (am Morgen), der Vesper (am Abend) oder in der Kom- plet (zur Nacht) oder auch in weiteren Gebetszeiten des Tages. In vier Wochen werden so alle 150 Psalmen „durchgebet“. Dabei gibt es manche, die einem sperrig oder fremd erscheinen können, andere stimmen fröhlich und dankbar. Denn in den 150 Psalmen finden wir quasi ein Sammlung von Liedern und Gebeten der Menschen aus dem Alten Testament. Viele werden König David zugeschrieben, aber auch andere Verfasser bringen hiermit ihr ganzes Leben vor Gott. Daher finden sich auch alle Aspekte des Lebens und der Bezug zu Gott in den unterschiedlichsten Psalmen. Lob- Dankpsalmen finden sich, die wie Hymnen Gott preisen für Schöpfung, Leben, Freude und vieles mehr. Bittgebete enthalten manche Psalmen, die Gott manchmal schon flehentlich in den Ohren liegen. Sogar Fluchpsalmen gibt es in der Bibel, auch wenn die in unseren Gottesdiensten selten Verwendung finden. Aber dies zeigt: In den Psalmen bringt der Beter sich und sein Leben vor Gott. Mit allem was dazu gehört.

Auch wenn mancher Inhalt der Psalmen vielleicht nicht grad aktuell meinem Gefühl, meiner Stimmung entspricht (Dank- und Preispsalm), obwohl ich gerade traurig bin; Fluchpsalm, obwohl ich es grad eher sperrig finde Gott zu fluchen; Bittpsalm, obwohl ich grad dankbar und zufrieden bin; ...). Gemeinsam mit der Kirche und als Gebetsgemeinschaft stehe ich mit allen anderen Menschen vor Gott. Und ich bringe ihm, was mich bewegt, der andere darf aber auch bringen, was ihn/sie bewegt. Und dann kann auch ich in diese Psalmen, Hymnen und Gebete mit einsteigen.

Schön, wenn auch wir in den vielfältigen biblischen Texten und eben nicht zuletzt in den Psalmen uns, unser Leben und das Leben der Welt vor Gott bringen können.

 

 


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