Kirche der Beteiligung

Kirche der Beteiligung – das ist ein Weg, eine Bewegung, ein Prozess.

Im Rahmen eines diözesanen Dialogprozesses ist die Bistumsvision entwickelt worden: „Wir wollen eine missionarische Kirche sein, die Gott und den Menschen nahe ist. Deshalb gestalten wir unser Bistum im Zusammenleben mit den Menschen so, dass sie darin: den Glauben sinnstiftend und erfüllend, kritisch und befreiend erleben, sich in ihrer jeweiligen Lebenswirklichkeit angenommen wissen, ein Zuhause und Gemeinschaft finden.“ Diese Vision stellt als Ausgangspunkt für unseren Weg eine wichtige Orientierung dar. Da nur eine geteilte Vision tragfähig ist, sind möglichst viele an der Frage zu beteiligen. Wir von der St. Christophorus-Pfarrei haben uns im Januar auf den Weg gemacht. In Osnabrück wurde ein Start-up angeboten. Gabriele Köhler-Fortuin, Birgit Kügler, Annette Geers, Pfr Christoph Konjer und Michael Weber nahmen daran teil. Themen waren und wir haben gelernt und eingeübt:

 

1.   Strategie „Kirche der Beteiligung“

 

Die Veränderungsprozesse in der Gesellschaft und in Kirche verlangen nach einer Strategie, die hilft, in die Zukunft zu gehen. Die Bistumsleitung hat sich für die Strategie „Kirche der Beteiligung“ entschieden. Eine Strategie zeigt sich einerseits in der Kultur, die gepflegt wird, andererseits in einer Struktur, die diese unterstützen soll. Oder umgekehrt, an Struktur und Kultur lässt sich die Strategie ablesen…

An den Strukturen wurde in unserem Bistum durch den Perspektivplan 2015 gearbeitet. Andere Bistümer strukturieren weiter (vgl. Hamburg). Unser Bistum hat entschieden, diese Fragen im Moment im Hintergrund weiter zu bearbeiten, im Vordergrund aber an der Kultur zu arbeiten: Wie wollen wir Kirche vor Ort sein? Welche Werte und Haltungen sind uns wichtig? Wie gehen wir miteinander um?

 

2.   Übung zur Kultur des Hörens

 

Eine sehr wichtige Kultur für eine „Kirche der Beteiligung“ ist das „Hören“. „Hören“ ist uns sehr vertraut, damit gehen wir tag- täglich um. Von daher scheint es auf den ersten Blick überflüssig zu sein, sich mit dem Hören zu beschäftigen. Andererseits  ist Hören keine objektive Sinneswahrnehmung. Wie wir hören, ist eng damit verbunden, welche Erfahrungen wir machen und gemacht haben. Von daher hören unterschiedliche Menschen denselben Satz unterschiedlich. Das haben wir am Morgen beim Gospel-Sharing, dem Bibelteilen, selbst erfahren. Dieselbe Bibel- stelle ist auf unterschiedlichen Hörboden gefallen und hat unterschiedliche Resonanz ausgelöst.

Bei der Kultur des „Hörens“ in einer „Kirche der Beteiligung“ geht es darum, diese unterschiedlichen Hörgewohnheiten und Hörweisen wahrzunehmen, miteinander zu teilen und so die eigenen Hörperspektiven zu weiten und für unser Kirchesein fruchtbar werden zu lassen. Was hast du gehört? Habe ich dich richtig gehört, verstanden, was du sagen wolltest? Was hören wir von Gott?

Ein geflügeltes Wort in der Theologie heißt: Der Glaube kommt vom Hören. Mit dem „Hören“ beginnt es auch bei „Kirche der Beteiligung“: Auf Gott, auf sein Wort hören (Gospel-Sharing) – Auf mich hören (meinen Sehsüchten folgen) – Auf die Hoffnungen und Sehnsüchte der Menschen vor Ort hören … Das haben wir eingeübt.

Wir erzählten einander davon, was für uns wertvoll ist (uns Kraft gibt)

-                  als Christ / -in?

-                  als Kirche vor Ort? und wir hörten zu.

 

3.  Die Leitplanken zur „Kirche der Beteiligung“

 

Die Referenten stellten uns die einzelnen Leitplanken vor. Dabei zogen sie Verbindungslinien zur Kultur des Hörens

·   von der Taufe ausgehend viele beteiligen

hören, was das Volk Gottes, die Einzelnen darin beizutragen

haben

·  von Gott beschenkt Charismen wirken lassen

hören, welche Gaben und Talente präsent sind und diese zum

Einsatz bringen

·  von Gottes Geist geleitet Verantwortung teilen

hören, wie vor Ort Teilhabe an Leitung möglich ist (verschiede- ne Modelle – Struktur, die aus Kultur und Strategie wächst)

·  vom Wort Gottes inspiriert Glauben und Leben zusam- menbringen

auf Gottes Wort hören und mit dem eigenen Leben füllen hören, was die anderen in Gottes Wort entdecken und sich davon bereichern lassen

·  von Jesus gesandt    unseren Auftrag vor Ort leben

hören, welche „Freude und Hoffnung, Trauer und Angst“ die Menschen vor Ort                                    bewegen und daraus die Sendung der Kirche vor Ort entdecken

- von Vielfalt bereichert Gemeinschaft ermöglichen, Netz- werke knüpfen

hören, wie vor Ort Kirche in Gemeinschaften lebendig sein kann und dies fördern                         (Subsidarität)

hören, wie man sich darüber hinaus gegenseitig stützen und schützen kann                           (Solidarität)

Wir in der Pfarrei St. Christophorus müssen jetzt auf diesem Weg Visionen entwickeln. Wohin wollen wir Kirche entwickeln? Wie können wir die Botschaft des Evangeliums neu entdecken und anbieten? Wie sieht für uns ein realistischer Weg in die Zukunft aus? Welche Zielsetzungen resultieren daraus?

Welche Visionen haben wir?
 

Michael Weber

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