Kirchenserie

Nachdem im letzten Pfarrbrief die Kirchenserie das Siegel vorgestellt hat, fangen wir jetzt mit den Kirchen und dem, was sich dort findet an. Stichwort Anfang: Hierzu passen auch die Weihekreuze. Sie haben zu tun mit dem Anfang der Nutzung der jeweiligen Kirche bzw. des Altares. Weihekreuze finden sich auf dem Altar, auf der Altarplatte, der Mensa. Es passt gut, dass sie jetzt in der Fastenzeit sichtbar sind, wo wir aufgrund der vorösterlichen Bußzeit auf Schmuck, Feierlichkeit und somit auch auf Altardecken verzichten. Sie können ja bei Ihrem nächsten Kirchenbesuch mal einen Blick auf die Tischplatte unserer Altäre werfen. Dort finden sich auf der Altarplatte die Weihekreuze. Es sind fünf an der Zahl: Eines in jeder der vier Ecken, sowie eines mehr in der Mitte. Diese Fünferzahl steht auch für die 5 Wundmale Jesu. Ist doch der Altar der Ort, an dem das Kreuzesopfer und die Auferstehung Jesu Christi gefeiert werden. Der Altar steht damit auch für Christus selbst. Bereits zur Zeit von Ephräm dem Syrer wird diese Stellvertreterfunktion des Altares und damit sein direkter Bezug zu Jesus Christus erwähnt. Was also auf dem Altar gefeiert wird, die Einsetzung der Eucharistie und die Gegenwart Christi, wird durch die Weihekreuze und die symbolischen Wundmale angedeutet.

St. Georg, Stolzenau St. Ursula, Uchte      

In der Regel wird jede Kirche und Kapelle bei ihrer Eröffnung und Einweihung gesegnet und mit einem eigenen Ritus ihrer Bestimmung übergeben. Damit wird sie aus dem profanen weltlichen Bereich herausgelöst und als heiliger Ort gewidmet. Auch bei größeren Umbauten oder der Errichtung und Aufstellung eines neuen Altares in einem vorhandenen Kirchen- raum wird dieser Altar dann in einer Zeremonie seiner besonderen Bestimmung   übergeben.   Im CIC, dem Gesetzbuch für das Kirchenrecht, heißt es u.a. dazu: „Während feststehende Altäre stets geweiht werden sollen, können tragbare Altäre geweiht oder gesegnet werden.“ (CIC c. 1237) Die Altarweihe steht dem Ortsbischof zu, er kann diese ggf. delegieren.

St. Stephanus, Liebenau        St. Marien, Steyerberg    

In den steinernen Altarplatten in Liebenau, Uchte und Stolzenau sind die fünf Weihekreuze jeweils in den äußeren Ecken sowie das fünfte weiter in der Mitte zu erkennen. In Steyerberg befindet sich in der hölzernen Altarplatte, der Mensa, ein eingelassener Stein, auf dem die Weihe- kreuze angebracht sind. Es bildet hier gleichzeitig das Reliquiengrab (Näheres in einer späteren Ausgabe der Kirchenserie). In Stolzenau sind die Kreuze selber kaum erkenntlich, eher erscheinen sie als dunkle Flecken. Dies rührt von den Rückständen der Verbrennung. In den glatten Steinarten der andernen Altäre ist dies nach längerer Zeit nicht mehr sichtbar, in dem poröseren offenporigen Sandstein des Stolzenauer Altares hingegen hat sich dies erhalten. Zur Altarweihe werden ausdeutende Riten hinzugefügt: Salbung, Verbrennung des Weihrauchs, Auflegen der Tücher und Entzünden der Lichter. Neben der Segnung mit Weihwasser werden die vom Steinmetz eingelassenen Kreuze beim Ritus der Altarweihe mit Chrisamöl und Weihrauch verfüllt, die angezündet werden. Die fünf brennenden Kreuze symbolisieren wiederum die fünf Wundmale des Gekreuzigten und die Vergegenwärtigung des Kreuzesopfers Jesu Christi. Die Salbung von Altären ist seit dem 4. Jahrhundert überliefert. Die Weihrauchverbrennung ist weiterhin Zeichen für die vom Altar aufsteigenden Gebete. Um den Altar, im Zentrum der Kirche, versammeln sich die gläubigen Christen. Christus selber wird hier repräsentiert. Der Altar ist das Symbol für Christus, dem Messias, was in Übersetzung „der Gesalbte“ bedeutet. Die Gläubigen versammeln sich als Christen um und mit Christus. Der Altar im Zentrum der Kirche steht für Christus inmitten seiner Gemeinde.

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