Kirchenserie - Grundsteine

Kirchenserie - Grundsteine

Neben dem Richtfest z.B. auch bei privaten Häusern ist bei öffentlichen Gebäuden oft von der Grundsteinlegung die Rede. Der Grundstein ist dabei oft ein besonders gestalteter und verzierter Stein, der sichtbar kurz oberhalb des Fundamentes angebracht wird. Der Grundstein zeigt, dass hier die Basis für etwas Neues gelegt wurde, das von Dauer sein soll und tragend und stabil ist. Äußerlich ist dann meist zumindest die Jahreszahl des Baujahres eingefügt sowie Symbole des Bauherren oder für das Gebäude selbst. Bei Kirchen ist dies ebenfalls üblich, es gibt sogar einen eigenen kleinen Ritus für die Feier einer Grundsteinlegung. Häufig ist der Grundstein mit einer Öffnung versehen, in die dann eine Zeitkapsel eingelassen wird. Diese wird dann bei der Grundsteinlegung feierlich eingemauert. Meist enthält diese dann eine Urkunde und zudem Zeit- zeugnisse wie eine aktuelle Tageszeitung oder ähn- liches. Kopien solcher Urkunden hängen beispiels- weise teilweise in unseren Kirchen bzw. Sakristeien. Der Grundstein hat für uns Christen dabei nämlich nicht nur eine äußere traditionelle Funktion sondern auch Symbolcharakter. In Psalm 118 heißt es in Vers 22: „Der Stein, den die Bauleute verwarfen, er ist zum Eckstein geworden.“ Dieses Wort wird auf Christus gedeutet. Jesus selber zitiert dieses Psalmwort (Lk 20,17). Im Ephe- serbrief wird dieses Symbol vertieft, wenn es über die Gemeinde heißt: „Ihr seid auf das Fundament der Apostel und Propheten gebaut, der Eckstein ist Christus Jesus selbst.“  So  wird  deutlich,  dass es beim äußeren Kirchbau, dem Gebäude aus Stein, letztlich und vor allem um das Innere geht: Um die Menschen, um die Glaubenden, um die Christen. Dies sind die lebendigen Steine, die Kirche bilden.

St.Georg Stolzenau

Der Grundstein in Stolzenau ist innen im Foyer zwischen der Haupteingangstür und dem Zugang zur Sakristei angebracht. Er trägt neben der Jahreszahl 1989 das Kreuz, einen Korb mit 5 Brotlaiben sowie einen Fisch mit Christus-Monogramm. So wird die bliblische Erzählung vom Brotwunder und der Speisung der Vielen, das Altargeschehen der Eucharistie und der Bezug zu Christus, dem Gekreuzigten und Auferstandenen verdeutlicht.

St.Ursula, Uchte

In Uchte ist der Grundstein außen rückwärtig an der Altarwand an der Ecke zum großen Altarfenster angebracht. Er zeigt neben dem Namen der Patronin St. Ursula und einem Kreuz die Jahreszahl 1956.

St.Stephanus, Liebenau

Als Eckstein an der vorderen Seite des Kirchturms findet  sich inSteyerberg der Grundstein. Er trägt lateinische Schriftzüge. „A.D.“ 1960, Anno Domini, also im Jahr des Herrn auf der einen Seite. Auf der Front in Kreuzform die Inschrift „Omnia et omnibus christus“ Alles und in Allem Christus.

St.Marien, Steyerberg

In Liebenau ist der Grundstein ebenfalls an einer Ecke angebracht, rechts neben dem Haupteingang zur Straße hin. „Lapis primarius“ auf der Vorderseite steht für den „Ersten Stein“, und somit für den Grund- stein an sich als auch für Christus. Die andere Seite zeigt PX als Kürzel für Christus, A.D. für das Jahr des Herrn und das Jahr 1953 in römischer Zahl MCMLIII.

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