Moment mal

Die beste Zeit meines Lebens

Seit einigen Wochen bin ich damit beschäftigt, mein Elternhaus aufzulösen. Mein Vater ist schon 2005 verstorben und meine Mutter ist jetzt im Sommer ins Pflegeheim gezogen. Nun heißt es sichten, suchen und sortieren und das in allen  Zimmern,  auch meinem ehemaligen Kinderzimmer.  Da  kommt  man  mit vielen Dingen in Berührung, vielen Erinnerungen, vielen Lebensabschnitten, vielen Momenten, die man auch schon ein wenig vergessen hatte.

In der August Ausgabe unserer Kirchenzeitung war die Frage gestellt, „Was war die beste Zeit Ihres Lebens?“

„Bei der schönsten Zeit im Leben denkt man immer erst an die schönen Urlaubsreisen und die großartigen Unternehmungen. Aber die richtig interessanten Erinnerungen liegen meist dahinter“, schreibt der Berater Hans Georg Ruhe in diesem Artikel.

Was mich an diesem Bericht besonders angesprochen hat, sind die Aussagen, dass gute Zeiten nicht alleine nur in glücklichen Zeiten entstehen und schwierige Zeiten im Rückblick auch eine Stärkung sein können und die Erinnerung an vergangene Zeiten sich mit der Zeit verändert.

Wie würde meine Zuschrift aussehen, die ich als  Antwort  an den Verlag auf diese Frage senden würde? Die beste Zeit meines Lebens war bestimmt auch meine Kindheit in diesem Elternhaus, mein Aufwachsen und Leben dort. Aber ich hoffe auch, dass ich im Nachhinein auch auf diese Zeit der Auflösung als beste Zeit zurück schauen darf, weil ich aus ihr gewonnen habe.

„Meine Zeit steht in deinen Händen“ steht es im Psalm 31,16, die wohl beste Zeit unseres Lebens.

 

Ihre Birgitta Asche

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