Moment mal

Pflege

Wer am letzten Sonntag den Bremer Tatort „Im toten Winkel“ gesehen hat, wird mir zustimmen, dass man nach diesem Film nicht gleich ruhig ins Bett gehen konnte. Pflegenotstand in Deutschland, oder besser gesagt, ein Film der aufzeigt, wie eine Gesellschaft von Pflegebedürftigen total entkräftet ist.
 

Als die Mutter meiner Freundin  im letzten Herbst nach einer Gehirnblutung kurze Zeit später verstarb, bekam sie oft Worte wie „da ist dir viel erspart geblieben“ zu hören, Worte die sie zu diesem Zeitpunkt nicht richtig verstand oder eben noch nicht verstehen konnte. Nach diesem Film hätte sie sie verstanden.

Auch in unserer Familie sind Angehörige zu pflegen und ich weiß wie zermürbend manchmal nicht nur die Pflege, sondern auch die bürokratische und logistische Abwicklung und Beantragung von Pflegeleistungen sein kann. Ich kenne bald sämtliche Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen im Umfeld  und  ich bin jedes Mal wieder froh, wenn ich die Flure mit Linoleumduft verlassen und wieder frische Luft einatmen darf.

Pflege verändert nicht nur den zu Pflegenden, sondern auch den Pfleger und sein ganzes soziales Umfeld. Pflege verändert den Blick auf das Alter, ganz gewaltig, ob man will oder nicht.

Anselm Grün schreibt in seinem Bestseller „die hohe Kunst des Älterwerdens“, dass „das Gelingen des Alterns nicht nur vom Einzelnen ab(hängt)..., sondern auch von der Gesellschaft und ihrer Einstellung zum Alter.
 

„Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren...“ dazu wünsche ich viel Kraft.

 

Ihre Birgitta Asche

 

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