Notfallseelsorge

Neben der seelsorglichen Tätigkeit im Gemeindedienst bin ich schon seit Jahren intensiv auch in der Notfallseelsorge engagiert.
 
Die hier im Landkreis Nienburg Verantwortlichen der Notfallseelsorge aus dem evangelischen Bereich haben mich schon kurz nach meiner Ankunft in Stolzenau in die hiesige Arbeit einbezogen, unter anderem, da ich neben dem „Grundmodul Notfallseelsorge“ auch die Ausbildung zum „Leitenden Notfallseelsorger“ absolviert habe. 
 
 
Auf dieser Leitungsebene ist in den vergangenen Monaten in enger Absprache mit dem Landkreis das Konzept in dem auch die kirchliche Notfallseelsorge eingebunden ist, überarbeitet worden. Bislang hat der Disponent, also der Mitarbeiter auf der Rettungs-Leitstelle, bei Anforderung eines Notfallseelsorgers versucht, einen Pfarrer, den Pastor, die Pastorin vor Ort direkt vor Ort telefonisch zu erreichen. Oft nur das Pfarramt, also ein Büro erreicht, was ja nicht immer besetzt ist. So dauerte es oft lange und bedurfte mehrfacher Anrufversuche, bis der wichtige Dienst der Notfallseelsorge übernommen werden konnte und hierfür ein kirchlicher Mitarbeiter gefunden wurde. Zudem haben die Mitarbeiter der Leitstelle neben dem Funkverkehr mit Rettungsdienst, Feuerwehr etc. ja auch die Notrufe abzuwickeln, die über 112 eingehen und weitere Aufgaben, so dass diese zusätzliche Vermittlungsaufgabe einen Notfallseelsorger telefonisch zu erreichen, nur schwer umzusetzen war.
 
Neuerdings gibt es einen Hintergrunddienst für die Notfallseelsorge, den einige ausgebildete Leitende Notfallseelsorger tageweise wechselnd übernehmen. Diese übernehmen bei Alarmierung die Aufgabe, dass die Notfallseelsorge übernommen wird und kümmern sich darum, im Idealfall einen Seelsorger vor Ort zu erreichen, das heißt sie telefonieren mit Pfarrer, Pastor/in etc. und koordinieren, dass von diesen der Einsatz übernommen wird und übernehmen nur im Einzelfall selber den Einsatz. So ist die Leitstelle entlastet und sichergestellt, dass im Bedarfsfall auch wirklich die kirchliche Notfallseelsorge zum Zuge kommt.
 
In diesem Team der Leitenden Notfallseelsorger  arbeite  auch ich als Vertreter der katholischen Kirche mit. Diese teilen sich wechselnd die Tagesbereitschaft. Damit habe auch ich zusätzlich zum Gemeindedienst an wechselnden Tagen (von 8.00 Uhr eines Tages bis zum nächsten Morgen früh um 8.00 Uhr) tageweise Bereitschaftsdienst. Die Alarmierung hierfür läuft seitens der Rettungs-Leitstelle über Funk-Melde-Empfänger, ähnlich wie sie auch die Freiwillige Feuerwehr trägt. Bei meinem ehrenamtlichen Engagement bei der Freiwilligen Feuerwehr habe ich bereits so einen Funk-Melde-Empfänger. Dasselbe Gerät hat nun auch die Alarmierungsmöglichkeit für die Notfallseelsorge. Also wundern Sie sich bitte nicht, wenn der nun ggf. öfter mal bei mir Alarm auslöst. Wie bisher werde ich mein ehrenamtliches Engagement bei der Feuerwehr nur ausüben, wenn es berufliche also gemeindliche Umstände zulassen. Allerdings wenn ich Bereitschafsdient bei der Notfallseelsorge habe, muss ich dann natürlich auch kurzfristig dafür sorgen, dass die seelsorgliche Betreuung im Notfall zügig übernommen wird und ich einen Seelsorger zu den Betroffenen schicken kann oder bei Verhinderung selber den Einsatz übernehme. Hoffen wir also, dass bei Feuerwehr wie Notfallseelsorge gilt: Gut, dass es sie gibt, besser wenn man sie nicht braucht. Aber gut dass sie kommen wenn es erforderlich ist. So kann auch im Notfall Gottes liebende Zuwendung gerade zu Menschen in Extremsituation durch das praktische Tun von Menschen erfahren werden und wird christliche Nächstenliebe praktiziert.
 
 
 
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