Liebe Gemeinde!

Liebe Gemeindemitglieder unserer Pfarrei St. Christophorus,
liebe Interessierte an unserem Pfarrbrief.

Advent und Weihnachtszeit, diesen Zeitraum umfasst die  Doppelausgabe dieses Pfarrbriefes für die Monate Dezember und Januar. Notgedrungen schreibe ich an diesem Editorial als Vorwort schon Ende Oktober, wo noch Gremienwahl, eigener Urlaub und vor allem der Redaktionsschluss für ein rechtzeitiges Erscheinen anstehen. Aber  man  könnte  meinen, es wäre schon lange Weihnachtszeit. In den Regalen der Supermärkte und Discounter liegen schon lange Spekulatius und Schoko-Weihnachtsmänner, manche Lichterkette leuchtet schon in den Geschäften und die Dekoration ist direkt nach Halloween auf weihnachtlich gewechselt. Dafür fliegt bei manchen am zweiten Weihnachtstag der Baum schon wieder hochkant aus dem Fenster, viele werden zum Jahreswechsel längst schon wieder abgeschmückt haben. Auch wenn die Weihnachtszeit nicht mehr offiziell bis Maria Lichtmess Anfang Februar läuft sondern auch kirchlich mit dem Sonntag der Taufe des Herrn direkt nach dem Dreikönigsfest bereits im Januar endet, beginnt diese besondere Zeit für uns eigentlich ja „erst“ mit dem 1. Advent. Eben weniger Vorweihnachtszeit, quasi vorgezogenes Fest und verfrühte Feier. Sondern Auftakt und Erwartung dessen, was wir am Heiligen Abend und damit am Weihnachtstag dann erwarten. Also kein Fest um der reinen Feier willen, nicht nur ein Feiertag als freier Tag und Anlass für Urlaub. Sondern all das, weil der Inhalt dessen, was wir da feiern so ernst und wichtig ist. Weil all das schöne Äußere den mindestens genauso schönen und wertvollen Inhalt nicht überdecken darf. Weil bei aller Feier der Anlass nicht in Vergessenheit geraten soll.

„Weihnachtsfeier-Inflation – ganz am Rande: Gottes Sohn.“

Also irgendwie wie damals: Auch da schon am Rande. Die große Volkszählung überschattet alles. Ganz am Rande, im Stall kommt Gott zur Welt, in einem Futtertrog als Wochenbett, Krippe statt Herberge.

Man kann die Säkularisierung beklagen, die Verweltlichung, den Rückgang der Kirchlichkeit, die schwindenden Mitgliederzahlen und Christen in der Minderheit. Wir dürfen uns aber immer vor Augen halten, dass Gott damals wie heute oft am Rande der Gesellschaft und oft unerwartet kommt und da ist, wo man es (und ihn) oft nicht erwartet. Vielleicht entdecken wir das ja auch neu in diesem Advent, in diesen weihnachtlichen Tagen. Nicht mehr ärgern, über die, die nicht kommen, sondern sich freuen über die, die kommen. Vor allem über den, der kommt: Gott selbst kommt, wird Mensch. Ganz klein, ganz am Rande. Das ist etwas ganz Großes. Allen, die sich mit dem Advent darauf vorbereiten und das mit Weihnachten feiern, kann das neu Freude schenken. Allen, die das im Großen wie im Kleinen leben. Dank gebührt unserm großen Gott, der Mensch wird. Dank gebührt allen, die das feiern und bezeugen. In Kirche und Gemeinde, in Familie und Umgebung. An Feiertagen wie im Alltag, werktags wie sonntags, hauptamtlich wie ehrenamtlich. In den großen Diensten wie in den kleinen Geesten. Dank und Glückwunsch denen, die frisch neu gewählt für die Gremien, denen die neu oder bewährt mitwirken in den vielfältigsten Bereichen. Die sich in den vergangenen Monaten und auch im kommenden Jahr engagieren, den Glauben leben und Kirche mitgestalten und so Gemeinde sind. Allen die echte Freude von Weihnachten.

Den Segen dieses Christfestes wünsche ich uns, allen Christen, und allen Menschen!

Ihr und euer Pfarrer Christoph Konjer

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